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Pinot Gris

Der Legende nach brachte Baron Lazarus von Schwendi, der im Dienste des österreichischen Kaiserreichs stand und diesem bei der Schlacht gegen die Türken half, um 1565 diese Rebsorte aus dem ungarischen Tokaj mit.

Da er Grundbesitzer in Baden und im Elsass war, habe er damals angeordnet, die Weinschößlinge in Kietzheim anzubauen, wo übrigens auch heute noch sein Schloss steht, das im Besitz der Saint Etienne Bruderschaft ist. Damals träumte man in den Weinbaugebieten der europäischen Länder nämlich davon, den ungarischen Tokajer bei sich herzustellen, da dieser Wein hoch im Kurs stand und aus der Furmint-Rebe gewonnen wurde.

Den Thesen von mehreren Rebsortenkundlern zufolge ist es allerdings wahrscheinlich, dass die von Lazarus von Schwendi mitgebrachte Rebe nicht jene des besagten Weins aus Ungarn war. Stattdessen sei sie damals mit dem aus dem Burgund stammenden Pinot Gris ersetzt worden, die berüchtigt für ihre Qualität sowie für die Fähigkeit war, stark konzentrierte Weine hervorzubringen. So erhielt sie den Namen Grauer Tokajer.

Abgesehen von seinen Geschmacks- und Rebeigenschaften, ist der Pinot Gris unter Kennern vor allem auch für die bewegte Geschichte seiner verschiedenen Namensgebungen bekannt. Hieß er vor 1870 noch Grauer Tokajer, so wurde er später Tokay gris, Tokay d’Alsace, Tokay Pinot Gris und schließlich, seit 2007, Pinot Gris genannt.