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Geschichte des Rouge d’Ottrott : Spezialität der Ortschaft

Ottrott ist ein malerisches Dorf mit verschlungenen Sträßchen und kleinen Gassen, das wunderschön am Fuße des Odilienbergs gelegen ist. Es ist zudem ein außergewöhnliches Anbaugebiet für Rotwein, der hier mit der „kontrollierten Dorf-Bezeichnung“ versehen wird (« Appellation Village Contrôlée »). Hier in Ottrott ist der Pinot Noir die Königsrebe!

Lang, sehr lang ist die Geschichte des ROUGE D’OTTROTT, die bereits im Jahr 1109 ihren Anfang nahm. Damals kamen Sankt Leonard Benediktiner aus dem Burgund in die Gegend und brachten Weinschößlinge in mit burgundischer Erde gefüllten Holzfässern mit. Nachdem sie den Südhang des Steinbergs in Terrassenfelder hergerichtet hatten, bauten sie die jungen Rebstöcke an und stellten somit zwischen 1109 und 1130 Rotwein her.

Im Jahre 1180 schenkte Kaiser Karl Friedrich der Abtei Etival einen Weinstock in „Ottenroth“, und einer Aufzeichnung Papst Alexander IV. von 1257 zufolge, besaß Karl Hohenburg verschiedene Weinberge in „Ottenroth“. In einem Erlass vom 23. März 1340 ist die Rede von Weinstöcken in Ottrott auf dem Hugensberg neben Wardwege, Mittelbuhel und Erlenbach. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs das Weinbaugebiet stetig an und erreichte 1899 eine Ausdehnung von 46 ha.

Hiervon blieben 1955 noch 40 ha übrig, mit einer Produktion von 2250 hl. Heutzutage erstreckt sich das Anbaugebiet Ottrotts über rund dreißig Hektar und der ROUGE D’OTTROTT ist weit über dieses kleine Gebiet heraus bekannt.

ANBAUGEBIET

Boden: Der erste Teil des Weinbergs besteht hauptsächlich aus sand- und lehmhaltigem, leicht körnigem (und von Kieselsteinen durchsetztem) braun-beigem Schluff, der tiefer in eine sandige Tonerde von grau-schwarzer und oranger Farbe übergeht. Außerdem sind schwarze, etwa 50 cm große Eisen- und Mangankonkretionen vorzufinden, mit rostfarbenen Oxidationsflecken, sowie dorthin verrutschte Buntsandsteinblöcke. Eine kleine Enklave im Nordosten ist lehmhaltiger (30-50) als dieser erste Teil.

Der zweite Teil des Weinbergs besteht aus braunem, sandigem Schluff durchsetzt von 5% feinen Buntsandsteinen. Tiefer wird er stetig sandiger und schließlich zu rötlich orange-beigem Sandboden, der wiederrum in 80-100 cm Tiefe auf Buntsandstein trifft.

DER ROUGE D’OTTROTT UND SEIN ANBAUGEBIET

Der Großteil des Weinbergs liegt östlich des Dorfes auf Hängen mit niedriger Steigung (3-5%) und einer Ost-Südost Ausrichtung in 260 Metern Höhe. Dieser Teil grenzt an eine Landstraße und an Feldwege.

Der zweite Teil des Weinbergs überblickt das Dorf im Norden, auf steileren Hängen (10-15%), einer Süd-Südwest Ausrichtung und einer Höhe von 300 Metern. Die gesamte Anlage ist geometrisch homogen und gut strukturiert um das Dorf angelegt. Da die Rebstöcke im Schatten des Odilienbergs gedeihen, sind sie durch diesen vor starken Winden weitgehend geschützt.

Der Weinberg von OTTROTT grenzt an kein anderes Gebiet der kontrollierten Herkunftsbezeichnung „AOC Alsace“.